Christmas Edition | Dolci Lacrime | Pagen

Christmas Edition | Dolci Lacrime | Pagen
Die diplomierte Künstlerin schafft aus Porzellan vielschichtige, teilweise kontroverse Objekte, die dem Auge des Betrachters nicht nur schmeicheln, sondern ihm auch eine aufregende Projektionsfläche bieten.
CHRISTMAS EDITION
diverse Objekte wie Kaffe-/Teekannen, Suppenterrinen
Mit DOLCE LACRIMI („Süsse Tränen“) wurde in Venedig im 17. Jahrhundert eine Musik bezeichnet, die angeblich an die Grenzen jeglicher menschlichen Gefühle ging. Sie war traurig und freudig zugleich, was die Hörenden zumeist in große emotionale Verwirrung stürzte. Die Idee ist, die Form und Strukturen des Inneren des Menschen zu verfremden und zu Gebrauchsobjekten umzugestalten. Eine plastische Form, die durch ihren Abstraktionsgrad in gewisser Weise auf ihre Urform hindeutet, sollte mit einer konkreten Funktion verschmolzen werden. Das aus dieser Fusion entstehende Objekt ist erst einmal frei von Leitbildern bezüglich der Gestaltung und frei von der Idee, wie dieses Objekt zu nutzen sei.
Lediglich kann der Interessierte erkennen, dass es sich z.B. um ein Gefäß handelt, in welchem Dinge transportiert oder aufbewahrt werden könnten. Diese vage Funktion wird vom Betrachter identifiziert, stellt ihn in seinem, uns allen inhärenten, Forschungsdrang jedoch nicht zufrieden. Nun reichert er entweder diese neue Möglichkeit mit einer gänzlich neuen, differenzierten Funktion an oder aber er sucht nach der eigentlichen Idee, die hinter diesen, ja von einem Menschen interpretierten Gedanken, zu finden sein könnte.
PAGEN, Rauminstallation, Porzellan, 2004
Pagen waren Diener für die Adelige. Der Betrachter ist von der Üppigkeit des Essens und der Schönheit des Porzellans zunächst geblendet, doch entsteht ein zweifelhaftes Gefühl, ob man aus den „Kindern“ tatsächlich Essen schöpfen möchte.
